Annexe 7 : Extraits de courriers du Deustsches Theater à Edvard Munch (190607), archives MM.

A - Courrier non daté ( printemps 1906) de Félix Holländer, collaborateur de Max Reinhardt, à Edvard Munch, archives MM (publié in cat. 1976, Zürich, Munch und Ibsen, p. 49)

Sehr geehrter Herr,

Ich erlaube mir an unsere Unterhaltung in Weimer anzuknüpfen.

Wir möchten unser neues kleines Theater, von dem Sie durch uns gehört haben, mit dem Gespenstern eröffnen. Es wäre uns nun eine wirkliche Freude, wenn Sie sich entschliessen könnten, eine Skizze für die Dekoration zu entwerfen. Sie würden gar nicht weiter beteiligt werden - was wir wünschen ist lediglich für die Übertragung auf die Bühne eine Skizze von Ihnen zu erhalten aus der wir für die Dekoration Anregungen schöpfen könnten.

Wir glauben den Charakter von Ibsens Familientragödie könnte kein anderer Maler so treffen wie Sie - und wir können keine ernstere und schönere Totenfeier denken als diese Aufführung.

Und darum bitten wir Sie sehr herzlich, unserer Aufforderung Folge zu leisten. Diese Skizze müsste durch die Fenster die Aussicht auf die Landschaft zeigen - im übrigen überlassen wir die Ausführung völlig Ihnen. Nochmals betone ich, daß Sie in keiner Weise durch das unruhige Getriebe des Theaters in Ihrer künstlerischen Arbeit gestört werden sollen, daß wir Sie lediglich um diese eine Skizze bitten.

Allerdings wäre uns sehr viel daran gelegen, wenn wir Ihre Arbeit möglichst rasch bekämen. Ich bitte Ihre Antwort direkt and die Direktion des Deutschen Theaters zu adressieren.

Max Reinhardt läßt Sie bestens grüssen - ebenso bitte ich Sie meine Grüsse entgegenzunehmen.

[ Félix Holländer réitère une proposition orale de collaboration, en demandant « une esquisse de décor ». Hormis une seule exigence - que la fenêtre laisse voir le paysage - l’artiste a toute licence. F. Holländer insiste par deux fois sur le fait qu’il ne sera pas dérangé dans son travail, mais souligne le caractère urgent de sa demande. ]

B - Courrier (10.09.1906) d’Arthur Kahane, collaborateur de Max Reinhardt, à Edvard Munch, archives MM (publié in cat. 1976, Zürich, Munch und Ibsen, p. 51)

Sehr verehrter Herr Munch,

Wir haben die Skizzen bekommen und werden natürlich alle Details verwenden. Jedenfalls unseren besten Dank ! Wir sind ganz entzückt davon. Noch vermissen wir aber weitere Details, und zwar die seinerzeit versprochenen, die Ihnen Ihr Freund aus Norwegen schicken sollte, und vor Allem bitten wir Sie, uns möglichst bald die versprochenen Stimmungsskizzen zu schicken, da die Proben nächste Montag beginnen und die Eröffnung des neuen Theaters drängt. Sehr wichtig erscheinen uns Farbe und Muster der Tapete.

Mit den besten Grüssen von Director Reinhardt und mir

Ihr ergebener Arthur Kahane.

[Arthur Kahane accuse réception des esquisses. Il réclame certains détails et autres esquisses promises car les répétitions commencent la semaine suivante.]

C - Courrier (06.10.1906) d’Efraim Frisch, collaborateur de Max Reinhardt, à Edvard Munch, archives MM (publié in cat. 1976, Zürich, Munch und Ibsen, pp. 51-52)

Sehr geehrter Herr,

Wir haben Ihre Anregungen bezüglich der Dekoration leider nicht mehr verwenden können, weil die Dekoration bereits bestellt und das Arrangement der Scenen schon so weit feststeht, daß nicht mehr daran gerüttelt werden kann. Es wird jedoch auch so, wie es jetzt ist, sehr gut sein.

Dagegen würden wir Sie bitten, uns für die Landschaft des Hintergrundes und für die Details im Blumenzimmer noch einige Skizzen zu entwerfen.

Ferner möchten wir noch etwas darüber hören, wie Sie sich die Beschaffenheit der Fenstervorhänge und die Art, sie zu hängen, gedacht haben, ob es Peluche sein soll im Ton der Möbel-Überzüge oder anders. –

Sehr erwünscht wäre Herrn Direktor Reinhardt auch eine Stimmungsskizze beim Schluß des ersten Aktes. Die Situation ist folgende : Manders und Frau Alving stehen vor dem Tisch in der Mitte und sehen gebannt nach dem Blumenzimmer, aus welchem das Geflüster Reginens und Oswalds hereindringt. ‘Gespenster, Gespenster’. Damit schließt der Akt. Für diese Stellung eine Anregung von Ihnen zu haben, wäre uns sehr willkommen. Wir müssen Sie jedoch bitten, diese Dinge so rasch als möglich zu machen, da die letzten Proben nun kommen und kein Aufschub mehr möglich ist.

Mit vorzüglicher Hochachtung

Efraïm Frisch.

P.S. Die gewünschten 100 M gehen heute an Sie ab. Bezüglich Ihres Kommens, werden wir Ihnen Nachricht geben, sobald die Dekoration fertig und auf der Bühne des neuen Hauses aufgestellt ist. – Auch was den Fries betrifft, ist der dafür in Aussicht genommene Raum noch gar nicht soweit, daß man schon jetzt darüber etwas bestimmen könnte. – Wir wiederholen unsere Bitte um Beschleunigung der uns noch erwünschten Skizzen.

[Efraim Frisch explique qu’il n’a pas pu exploiter les suggestions de Munch concernant le décor, car il avait déjà été commandé. Il demande en revanche des esquisses supplémentaires concernant le paysage et la véranda, ainsi que des explications techniques concernant le mobilier et les tissus d’ameublement.

Il fait part du souhait de Max Reinhardt d’avoir une « esquisse d’ambiance » pour la fin du premier acte. ]

D - Courrier (28.01.1907) d’Arthur Kahane, du Deutsches Theater, à Edvard Munch (adresse : Hôtel Habsburger Hof, Berlin), archives MM :

Sehr geehrter Herr Munch,

Wir bestätigen hiermit die zwischen Ihnen und Direktor Reinhardt getroffene Vereinbarung wie folgt :

Sir verpflichten sich, für die Aufführung von Ibsen’s ‘Hedda Gabler’ einige Entwürfe zu liefern. Das Deutsche Theater verpflichtet sich, für die Verwendung dieser Entwürfe einschl. Ihrer Arbeit in Norwegen (Anregungen etc.. ) M 750.- zu bezahlen und ferner Ihnen die Entwürfe nach dem Gebrauch (d.h. bald nache der Erstaufführung) zurückzugeben.

Hochachtungsvoll

i.a. Direktion des Deutschen Theaters Arthur Kahane

[ «  Cher Monsieur Munch,

Nous confirmons par la présente l’accord conclu entre vous et le directeur Mr Reinhardt, comme suit :

Vous vous engagez à produire quelques esquisses pour la création d’Hedda Gabler d’Ibsen. Le Deutsches Theater s’engage à payer pour l’utilisation des esquisses ainsi que pour votre travail en Norvège (recherches...) la somme de 750 DM, et de plus à vous restituer les esquisses après utilisation (c.à.d. peu après la première).

Avec toute notre considération,

La direction du Deutscher Theater,

Arthur Kahane ». ]

E - Courrier (02.02.1907) d’Edmund Reinhardt, du Deutsches Theater, à Edvard Munch (adresse : Hôtel Habsburger Hof, Berlin), archives MM.

Sehr geehrter Herr Munch,

Wir bestätigen Ihnen hierdurch, dass wir von Ihnen 7 Skizze zu ‘Hedda Gabler’ erhalten haben, müssen Sie jedoch gleichzeitig darauf aufmerksam machen, dass wir eine Verantwortung für etwaige Erschädigungen der Skizzen nicht übernehmen, da diese nicht verglast sind.

Hochachtungsvoll

Die Direktion des Deutschen Theaters zu Berlin

i.a. Edmund Reinhardt

[«  Cher Monsieur Munch,

Nous vous confirmons par la présente, que nous avons reçu de vous 7 esquisses d’ Hedda Gabler, mais nous nous devons en même temps d’attirer votre attention sur le fait que nous déclinons toute responsabilité en cas de dommages, car celles-ci ne sont pas sous verre.

Avec toute notre considération,

La direction du Deutscher Theater de Berlin,

Edmund Reinhardt. »]

F - Carte postale (14.02.1907) du Deutsches Theater (non signée) à Edvard Munch (adresse : Hôtel Habsburger Hof, Berlin), archives MM.

Sehr veehrter Herr Munch,

Herr Bahr lässt Sie freundlichst bitten, morgen (Freitag) um 11 Uhr - wenn es Ihnen irgendwie möglich ist - gütigst sich hier im Kammerspielhaus zur Probe von ‘Hedda Gabler’ einfinden zu wollen, da er dringend mit Ihnen über einige Dekorationsfragen sprechen möchte.

Mit dem Ausdruck vorzüglicher Hochachtung, ergebenst

[stempel] Deutsches Theater zu Berlin

[ « Cher Monsieur Munch,

Monsieur Bahr vous prie cordialement d’avoir l’obligeance de vous rendre demain (vendredi) à 11 h – si cela vous est possible – à la répétition d’ Hedda Gabler aux Kammerspiele , car il aimerait s’entretenir d’urgence avec vous de quelques questions de décoration.

Avec l’expression de notre considération distinguée,

( Tampon ) Deutsches Theater de Berlin ».]