Chapitre Troisième . Les Musiciens au temps de la Contre-Réforme

Es ist ein Schnitter, der heißt Tod

‘ Volkslied
(XVIe siècle)

Es ist ein Schnitter, der heißt Tod,
Hat G’walt vom großen Gott ;
Heut wetzt er das Messer,
Es geht schon viel besser,
Bald wird er drein schneiden,
Wir müssen’s nur leiden.
Hüt dich, schöns Blümelein !

Was heut noch grün und frisch da steht,
Wird morgen weggemäht.
Die edel Narzissel,
Die englische Schlüssel,
Die schön Hyazinthen,
Die türkischen Winden :
Hüt dich, schöns Blümelein !

Viel hunderttausend ungezählt,
Was nur unter die Sichel fällt :
Rot Rosen, weiß Lilien,
Beid’ wird er austilgen,
Und ihr Kaiserkronen,
Man wird euch nicht verschonen :
Hüt dich, schöns Blümelein !

Das himmlische Ehrenpreis,
Die Tulpen gelb und weiß,
Die silbernen Glocken,
Die goldenen Flocken,
Senkt alles zur Erden,
Was wird daraus werden ?
Hüt dich, schöns Blümelein !

Ihr hübsch Lavendel und Rosmarine,
Ihr vielfarbige Röselein,
Ihr stolze Schwertlilien,
Ihr krause Basilien,
Ihr zarte Violen,
Nun wird euch bald holen :
Hüt dich, schöns Blümelein !

Trutz, Tod ! Komm her, ich fürcht dich nit !
Trutz, eil daher in einem Schnitt !
Wann Sichel mich letzet,
So werd ich versetzet
In den himmlischen Garten,
Darauf will ich warten.
Freu dich, schöns Blümelein !
’